
Der älteste Technoclub Ostdeutschlands ist back!
Am Samstag, dem 30. August 2025, öffnet die Distillery in Leipzig erneut ihre Türen – nach zwei Jahren, drei Standorten und unzähligen Hürden. Die 'Tille' feiert ihr Comeback, und das nicht nur als Club, sondern als Manifest der Leipziger Technokultur.
Vom illegalen Braukessel zum Clubklassiker
1992 gegründet von neun Technofans in einer stillgelegten Brauerei in Connewitz, war die Distillery mehr als ein Club – sie war ein politisches Statement. Der Name 'Distillery' (engl. für 'Brennerei') stand für die Destillation von Freiheit und Widerstand. 1995 musste der Club aufgrund behördlicher Auflagen umziehen, fand jedoch in der Kurt-Eisner-Straße eine neue Heimat und etablierte sich als einer der bekanntesten Technoclubs Deutschlands. Doch auch dieser Standort wurde 2024 abgerissen, um Platz für Neubauten zu schaffen.
Der lange Weg zum neuen Zuhause
Ursprünglich sollte das Projekt 'Gleisdreieck' die Distillery beherbergen. Doch das Bebauungsverfahren verzögerte sich erheblich, sodass der Club sich anderweitig umsehen musste und sich schließlich in Halle 7 auf dem Alten Messegelände wiederfand. Dort wurde monatelang renoviert und umgebaut, um den hohen Anforderungen an Technik, Sicherheit und Atmosphäre gerecht zu werden.
Betreiber Steffen Kache betont, dass die Distillery mehr ist, als ein Veranstaltungsort – sie ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Exploration. 'Ich wünsche mir, dass alle ein Auge aufeinander haben, damit sich hier jede Person wohlfühlen kann', beschreibt er gegenüber Groove die Atmosphäre, die er sich in der neuen Distillery wünscht. Jede Person soll sich sicher und willkommen fühlen – egal, welche Identität oder welchen Background sie mitbringt. Die Clubkultur lebt davon, dass alle füreinander sorgen, dass Solidarität und Aufmerksamkeit Teil des Abends sind. So entsteht ein Raum, in dem sich intensive Nächte und menschliche Nähe nicht ausschließen, sondern ergänzen.
Alte Werte, neue Umgebung
Mit zwei großen Floors, moderner Soundtechnik und einem Außenbereich bietet die neue Location nicht nur Platz für nächtliches Miteinander, sondern auch Raum für neue Ideen und Formate. All in all bleibt die Distillery ihrer Linie als soziales und kulturelles Phänomen treu und kann auch in Zeiten von Gentrifizierung und Kommerzialisierung seinen Platz behaupten. Die Tille lebt!
