01.02.26 t/redaktion b/luis domínguez
Wie ein Mann Krähen darauf trainiert, MAGA‑Kappen abzuziehen
Inmitten einer Ära, in der politische Symbole zu Meme‑Magneten werden, geht zur Zeit eine besonders seltsame Protestaktion durch die Timelines: Ein Mann behauptet, er habe Krähen darauf trainiert, rote MAGA‑Kappen gezielt anzufliegen und abzuziehen. Die Story, die auf Threads und anderen Plattformen kursiert, hat reichlich Belustigung, aber auch ernste Bedenken über die Tragweite der politischen Symbolik ausgelöst. Berichten zufolge dokumentierte der Mann monatelange Schritte, in denen lokale Krähen angeblich gelernt hätten, genau diese roten Hüte zu entfernen – mit Erdnüssen, Geduld und vielen Videos im Netz.
So kam’s zu der Idee
Der Hauptakteur der Geschichte tritt online unter dem Namen @biz_dave auf und beschreibt sein Projekt als politisch gefärbte Verlängerung eines persönlichen Experiments mit Vogelintelligenz – ein Experiment, das laut seinen Posts mehrere Monate in Anspruch genommen haben soll. Ausgangspunkt war das Etablieren einer konstanten Futterstelle mit Leckereien wie Erdnüssen, Hühnerresten und Hundetrockenfutter, um Vertrauen und regelmäßigen Besuch von Krähen zu gewinnen.
Schritt für Schritt wurde die Aufgabe für die Vögel komplexer: Aus anfänglichen Futtersuch‑„Rätseln“ entwickelte sich eine Übung, bei der rote Objekte mit Abzugslaschen eingesetzt wurden, die die Krähen bald manipulieren konnten, um an Futter zu kommen. In späteren Posts zeigt der Mann, wie die Vögel in kürzester Zeit gelernt hätten, die roten Hüte anzuheben. Für Biolog:innen ist dieses Grundkonstrukt nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn Krähen und andere Corvidae gelten als ausgesprochen intelligent.
Krähen gegen Faschismus?
Das Spannende an dieser Story ist die Schnittstelle zwischen echter kognitiver Fähigkeit und menschlicher Interpretation. Die Fähigkeiten von Krähen, mit ihrer Umwelt zu interagieren, sind gut dokumentiert: Sie lösen Probleme, manipulieren Objekte und zeigen in manchen Fällen komplexe Werkzeugsysteme. Dass die „MAGA‑Kappen‑Jäger“ nun unfreiwillig zum politischen Meme wurden, wird sie im Vergleich zur Futterbelohnung eher weniger interessieren.
Ob jenes Meme nun politischen Spaß oder fragwürdigen Aktivismus abbildet, wird heiß diskutiert. Es steht emblematisch für den digitalen Politkampf in den Staaten, in der jede Idee, so bizarr sie auch sein mag, mit wenigen Klicks dreimal die Welt umrundet und gleichzeit aufzeigt, wie dünn der Grat zwischen antiautoritärem Scherz und angegriffenen Republikaneregos tatsächlich ist.
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