19.11.25 t/redaktion b/eduardo soares
Preisstudie: Pflanzlicher Warenkorb erstmals günstiger als tierische Produkte
Die ProVeg-Preisstudie 2025 lässt Geldbörsen landesweit aufatmen! Denn zum ersten Mal ist ein pflanzlicher Warenkorb nachweislich und messbar günstiger als sein tierisches Pendant. Damit macht nachhaltiges Essen nicht nur was fürs Gewissen, sondern lohnt sich auch finanziell – ohnehin war der Preisunterschied eher historische Schieflage als ökonomische Notwendigkeit. Jahrzehntelang wurden tierische Produktionsketten durch massive Subventionen, Steuervergünstigungen und politische Prioritäten gestärkt, während Erbsen, Bohnen und Soja links liegen blieben.
Dabei zeigen wissenschaftliche Analysen, wie verzerrt die Preisgestaltung tatsächlich ist, denn viele ökologische Kosten von Tierprodukten tauchen nie im Ladenpreis auf. Studien wie jene zu Umwelt- und Ressourcenbelastungen durch Lebensmittelproduktion machen deutlich, wie stark Fleischproduktionen Faktoren wie Klima und Ressourcen belasten — etwa wenn ein Liter Kuhmilch im Durchschnitt mehr als dreimal so viele Treibhausgasemissionen verursacht wie ein Liter Hafermilch und zusätzlich deutlich mehr Land und Wasser benötigt.
Alternativenprodukte für Alle
Parallel hat die pflanzliche Industrie in den vergangenen Jahren extrem aufgeholt: höhere Produktionsmengen, bessere Technologien sowie smartere Lieferketten haben das Verhältnis gekippt – nicht weil Pflanzen irgendwie „trendiger“ sind, sondern weil der Markt die Herstellungskosten endlich realistischer abbildet. Wenn ein pflanzlicher Joghurt jetzt also dauerhaft weniger kostet als der konventionelle, wird aus moralischem Anspruch mit finanzieller Hürde plötzlich eine spielend leichte Alltagsentscheidung. Der Preisunterschied öffnet den Zugang und nimmt Konsument:innen den Druck. Er macht Veränderung niedrigschwellig.
Daten zu europäischen Absatzentwicklungen bestätigen das: der Markt für pflanzliche Produkte wächst besonders dann, wenn Preise sinken und Eigenmarken zugänglicher werden. Ein Blick auf die Übersichten des Good Food Institute Europe zeigt klar, wie sehr Kostenvorteile den Konsum verschieben und zur stillen Massentauglichkeit beitragen können.
Werden pflanzliche Produkte noch günstiger?
Kurz: Ja, vieles spricht dafür. Mit höheren Produktionsvolumina sinken die Durchschnittskosten, und technische Prozesse werden effizienter. Politisch wird ebenfalls diskutiert, ob die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Produkte gesenkt oder die indirekten Vorteile für Tierprodukte abgebaut werden sollten. Organisationen wie ProVeg zeigen seit Jahren auf, wie stark politische Rahmenbedingungen derzeit noch zugunsten tierischer Erzeugnisse wirken – und wie groß die Preisspielräume wären, sobald diese Schieflage korrigiert wird.
Natürlich bleibt ein Haken, denn nicht überall ist die Verfügbarkeit gleich gut, und manche Alternativprodukte gibt’s noch nicht in Großpackungen, die den Preis weiter drücken würden. Aber der Preistrend zeigt nichtsdestotrotz nach unten – und zwar stabil. Das bedeutet unterm Strich vor allem eines: Konsum muss nicht elitär oder moralisch aufgeladen sein, um Wirkung zu haben. Und vielleicht schmeckt der pflanzliche Burger irgendwann auch Onkel Dieter, wenn der Einkauf für den Grillabend nur die Hälfte kostet.
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