18.12.25 t/redaktion b/czerwinski
Darum ist die Spendenbereitschaft der Bürger:innen gestiegen
Die aktuellsten Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wurden veröffentlicht und zeigen: Fast die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland hat 2024 gespendet – knapp zehn Prozent mehr als noch im Jahr zuvor! Im Schnitt wurden rund 415 Euro gegeben, was hochgerechnet ein Gesamtvolumen von über 14 Milliarden Euro ergibt. Die Spendenlust ist also nicht nur ein netter Slogan, sondern statistisch belegte Realität.
Großzügig, obwohl das Portemonnaie knirscht
So paradox es klingt: Gerade in ökonomisch kniffligen Zeiten zeigen viele Menschen mehr Neigung zu spenden. Aber warum? Eine plausible Erklärung ist, dass wirtschaftliche Unsicherheit nicht automatisch Egoismus bedeutet, sondern oft zu stärkerer Solidarität führt – fast wie ein psycho-soziales Sicherheitsnetz, das wir uns gegenseitig stricken.
Zusätzlich verstärken Negativereignisse wie etwa Kriege oder wachsende soziale Ungleichheit die emotionale und moralische Aufmerksamkeit – und damit auch die Bereitschaft zu spenden. Zeiten erhöhter öffentlicher Sichtbarkeit, etwa rund um das Jahresende, bündeln diese Aufmerksamkeit zusätzlich und übersetzen sie in konkrete, wohltätige Entscheidungen.
Regionale Unterschiede
Was auf der Gesamtebene wie ein nationaler Trend aussieht, bricht auf regionaler Ebene in bunte Mosaike auseinander. In wirtschaftlich starken Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg, ebenso wie in den Hansestädten Bremen und Hamburg, ist die Spendenquote insgesamt höher, während strukturschwächere Regionen wie Brandenburg mit 37,5 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Diese Differenzen sind keine regionalen Launen, sondern spiegeln ökonomische Realitäten wider. Denn wo das verfügbare Einkommen höher ist, fällt es natürlich leichter etwas davon abzugeben, ohne direkt kickende Existenzängste zu verspüren.
Hinzu kommt: In ländlichen Regionen oder sozial heterogeneren Gebieten ist die Spendenpraxis oft anders organisiert – viele helfen direkt im unmittelbaren Umfeld, etwa durch Nachbarschaftshilfe oder Sachspenden, statt klassische Geldspenden an Organisationen zu geben.
Wohin fließt das meiste Geld?
Die Prioritätenliste der Spendenziele liest sich wie ein Stimmungsbarometer dessen, wofür Menschen im Alltag wirklich Herzblut entwickeln. Knapp ein Drittel wandert nach den aktuellen Daten jeweils in die Unterstützung von Menschen mit Behinderung sowie Kinder- und Jugendhilfsorganisationen. Direkt darauf folgen Tierschutz, Nothilfe in Krisenregionen und schließlich Umwelt- und Naturschutz.
Einen großen Teil zur positiven Entwicklung des Gesamtbilds tragen auch dutzende Plattformen bei, die den wohltätigen Prozess so einfach wie nie gestalten. Digitales Fundraising, Spendenplattformen und gezieltes Impact-Reporting schaffen Transparenz und bringen Millionensummen dorthin, wo sie dringend gebraucht werden.
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